WAS IST HaLT

Alkoholprävention muss, um erfolgreich zu sein, kommunal und politisch verankert sein. HaLT ist ein kommunales Alkoholpräventionsprogramm, das an 160 Standorten in Deutschland umgesetzt wird.

KOMMUNALE ALKOHOLPRÄVENTION

Das bedeutet:

  • Die Öffentlichkeit für das Thema riskanter Alkoholkonsum im Jugendalter sensibilisieren.
  • Über die Gefahren von Alkoholkonsum aufklären.
  • Jugendliche und Familien beraten, die Hilfe suchen.
  • Lehrer/innen, Vereinstrainer/innen, Festveranstalter/innen, Gastronomiepersonal etc. schulen, damit der Jugendschutz konsequent eingehalten wird.
Quelle: HaLT – Hart am LimiT, Alkoholprävention für Kinder und Jugendliche. Handbuch für die Praxis. Villa Schöpflin gGmbH – Zentrum für Suchtprävention: Lörrach; 2017.

„Ich habe den Anspruch, nicht nur einen Jugendlichen zu erreichen, sondern hundert oder tausend“, sagt Hans Schöpflin. Er ist der Gründer der Villa Schöpflin gGmbH – Zentrum für Suchtprävention, die das Programm HaLT 2002 entwickelt hat.

MULTIPLIKATORENKONZEPT

Alkoholprävention in der Kommune gelingt am besten, wenn alle an einem Strang ziehen: Gemeindevertreter/innen, Festveranstalter/innen, Lebensmitteleinzelhandel, Vereine,…

Die regionale HaLT-Fachkraft ist die zentrale Ansprechpartnerin und koordiniert die einzelnen Maßnahmen, erstellt Informationsmaterialien und bietet Schulungen und Workshops zum Thema Jugendschutz an.

„Motivierende Gesprächsführung“ kommt zum Einsatz, wenn HaLT-Fachkräfte mit Jugendlichen im Krankenhaus nach einer Alkoholintoxikation sprechen.

INDIZIERTE PRÄVENTION

Wertschätzend und empathisch wird reflektiert, wie es zur Intoxikation kommen konnte und welche weitere Hilfestellung der/die Jugendliche bzw. die Eltern benötigen.

  • HaLT-reaktiv ist ein kostenloses Angebot für alle Familien, bei denen das Kind eine Alkoholvergiftung erlebt hat.
  • Die HaLT-Fachkraft nimmt sich Zeit für den/die Jugendliche/n und hört zu. Gemeinsam wird überlegt, wie so ein Erlebnis in Zukunft vermieden werden kann.
  • Zusammen mit den Eltern werden Regeln und Richtlinien für den Umgang mit dem Thema Alkohol in der Familie erarbeitet.
  • Eine Vertrauensbasis ist wichtig: HaLT-Fachkräfte unterliegen der Schweigepflicht, und auf Wunsch kann das Gespräch mit dem/der Jugendlichen ohne die Eltern erfolgen.
Quelle: HaLT – Hart am LimiT, Alkoholprävention für Kinder und Jugendliche. Handbuch für die Praxis. Villa Schöpflin gGmbH – Zentrum für Suchtprävention: Lörrach; 2017.

Das HaLT-Programm wurde 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) evaluiert. Ihm wurde eine hohe Effizienz und Reichweite bescheinigt. Betroffene Jugendliche können frühzeitig und niederschwellig erreicht werden.

WISSENSCHAFTLICH BEGLEITET

Die Prognos AG aus Basel hat das HaLT-Pilotprojekt  2003 im Auftrag des BMG wissenschaftlich begleitet. In ihrem Abschlussbericht empfiehlt sie „nachdrücklich eine bundesweite Verbreitung von HaLT“ und identifiziert als einen wesentlichen Erfolgsfaktor die kombinierte Umsetzung beider Programmteile: HaLT-reaktiv und HaLT-proaktiv.