DATEN & FAKTEN

Quelle: Statistisches Bundesamt 2017

ALKOHOLKONSUM

  • Deutschland gehört zu den OECD-Staaten mit dem höchsten Alkoholkonsum. Pro Kopf lag er im Jahr 2012 bei 11 Litern reinem Alkohol und damit über dem OECD-Durchschnitt von 9,1 Litern.
  • Im Jahr 2015 wurden knapp 22 000 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in ein deutsches Krankenhaus eingeliefert. Erhebungen zeigen, dass die Zahlen rückläufig, aber immer noch besorgniserregend sind.
  • Fast 70% der 12–17-jährigen Jugendlichen haben schon einmal Alkohol getrunken.
  • Das erste Mal trinken sie mit durchschnittlich 14,9 Jahren Alkohol. Der erste Konsum findet oft im Freundeskreis statt.
  • Den ersten Alkoholrausch erleben Jugendliche mit durchschnittlich 16,4 Jahren.
  • 3,7% der Jugendlichen trinken Alkoholmengen, die über den Grenzwertempfehlungen für Erwachsene liegen.

RISIKEN

  • Die Unfallgefahr ist für Betrunkene um ein Vielfaches erhöht.
  • Die Gewaltbereitschaft steigt. Dies äußert sich unter anderem in Verwicklung von Gewaltdelikten. Statistisch gesehen ist ein Drittel der männlichen jugendlichen Straftäter bei der Tat alkoholisiert.
  • Mädchen werden in betrunkenem Zustand häufiger Opfer von sexueller Gewalt als im nüchternen Zustand.
  • Bis über das 21. Lebensjahr hinaus befindet sich das jugendliche Gehirn in einem Reifungsprozess und ist daher besonders empfindlich gegenüber der Wirkung von Alkohol.
  • Der frühe und häufige Konsum von Alkohol erhöht außerdem das Risiko einer späteren Alkoholabhängigkeit.
  • Besonders bei schnellem Trinken von hochprozentigem Alkohol kann es zu einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung kommen.
Quelle: HaLT – Hart am LimiT, Alkoholprävention für Kinder und Jugendliche. Handbuch für die Praxis. Villa Schöpflin gGmbH – Zentrum für Suchtprävention: Lörrach; 2017.

TRINKMOTIVE

Die enthemmende Wirkung von Alkohol ist gerade für Jugendliche interessant. Die Kontaktaufnahme zu anderen fällt unter Umständen nach ein, zwei Gläsern leichter. Jugendliche empfinden sich „lockerer“. Sie trinken, um „gut drauf zu sein“.

Die Rangfolge der Trinkmotive ist:

  • Soziale Trinkmotive wie das Zusammensein im Freundeskreis
  • Spaß-Motive
  • Bewältigung von Alltagsproblemen
  • Gruppendruck

Erhebungen haben gezeigt: Jugendliche neigen eher zu einem risikoreichen Konsum, wenn sie Spaß suchen oder Probleme vergessen wollen.

Quellen:

Statistisches Bundesamt 2017

Orth B. Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland.

Ergebnisse des Alkoholsurveys 2016 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; 2017.

OECD. Tackling Harmful Alcohol Use: Economics and Public Health Policy. OECD Publishing; 2015.

Sucht Info Schweiz.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS).